(Übersetzung von Wilhelm Wattenbach 1891 - leicht verändert)
Buch 1, Kapitel 32: "...Von den Ungarn und ihren Gefangenen, und daß durch diesen König der Friede neun Jahre befestigt ward.
Als nunmehr [924] die inneren Kämpfe ruhten, durchzogen wiederum die Ungarn ganz Sachsen, steckten Städte und Dörfer in Brand und richteten allerorten ein solches Blutbad an, daß eine gänzliche Verödung durch sie drohte. Der König aber befand sich im Schutz der Werla genannten Burg. Denn er traute seinen noch wenig geübten, an offene Feldschlacht nicht gewöhnten Reitern nicht einem so wilden Volke gegenüber. Welche große Verheerung aber sie in jenen Tagen angerichtet, und wieviel Klöster sie in Brand gesteckt, haben wir für besser erachtet zu verschweigen, als daß wir unsere Unglücksfälle noch durch Worte erneuern. Es traf sich aber, daß einer von den Fürsten der Ungarn gefangen und gebunden vor den König geführt wurde. Diesen liebten die Ungarn so sehr, daß sie als Lösegeld für ihn eine ungeheure Summe Goldes und Silbers anboten. Doch der König, das Gold verschmähend, forderte stattdessen Frieden, und erhielt ihn auch endlich, so daß gegen Rückgabe des Gefangenen und andere Geschenke ein Frieden auf neun Jahre geschlossen wurde.Buch 1, Kapitel 35: Wie König Heinrich die neun Friedensjahre benutzt.
Wie nun König Heinrich, als er von den Ungarn einen Frieden auf neun Jahre erhalten hatte, mit der größten Klugheit Sorge trug, das Vaterland zu befestigen und die barbarischen Völker zu unterwerfen, dies auszuführen geht über meine Kräfte, obgleich ich es doch auch nicht ganz verschweigen darf. Zuerst nämlich wählte er unter den mit Landbesitz angesiedelten Kriegsleuten jeden neunten Mann aus, und ließ ihn in Burgen wohnen, damit er hier für seine acht Genossen Wohnungen errichte, und von aller Frucht den dritten Teil empfange und bewahre; die übrigen acht aber sollten säen und ernten und die Frucht sammeln für den neunten, und dieselbe an ihrem Platze aufbewahren. Auch gebot er, daß die Gerichtstage und alle übrigen Versammlungen und Festgelage in den Burgen abgehalten würden, mit deren Bau man sich Tag und Nacht beschäftigte, damit sie im Frieden lernten, was sie im Fall der Not gegen die Feinde zu tun hätten. Außerhalb der Festungen standen keine oder doch nur schlechte und wertlose Gebäude..."