Widukind von Corvey 967, Taten der Sachsen

(Übersetzung aus dem Lateinischen von Wilhelm Wattenbach 1891 - leicht verändert)

Buch 1, Kapitel 39: "...Wie er als Sieger zurückgekehrt, und wie er beschaffen gewesen ist.

...Und zu der außerordentlichen Klugheit und Weisheit, durch welche er sich auszeichnete, kam noch seine mächtige Körpergestalt, welche der königlichen Würde die Rechte Zierde verlieh. Auch bei Kampfspielen besiegte er alle mit solcher Überlegenheit, daß er den Übrigen Schrecken einjagte. Auf der Jagd war er so unermüdlich, daß er auf einen Ritt vierzig oder noch mehr Stück Wildes erlegte; und obgleich er bei Gelagen sehr leutselig war, vergab er dennoch der königlichen Würde nichts; denn er flößte zu gleicher Zeit ein solches Wohlwollen und eine solche Furcht den Kriegsleuten ein, daß sie, selbst wenn er scherzte, sich nicht getrauten, sich irgendwie Unziemliches zu erlauben."

Hartmann Schedel 1493, Weltchronik

Blatt 174 Vorderseite:

"Heinrich der Erste, der Demütige genannt, ein Herzog zu Sachsen, Herzog Otten Sohn, regierte in dem östlichen Frankenreich und empfing im Jahr des Herrn 920 das Kaisertum und herrschet 18 Jahr [-936], dieweil Karolus der König zu Paris das Niederfrankreich [westliche Frankenreich] regierte. Er hat die Ungarn und Böhmen, die das sächsische Land überzogen hatten, bis zu ihrer schweren Niederlage bekämpft. Seine Ehegemahlin Mathilde war eine durchläuchtigte Frau wunderbarer Süßigkeit, Gnade und Sanftmütigkeit und mit dem Glanz aller anderen Tugend geziert. Sie gebaren von dem sächsischen Geschlecht Ottonen den Großen und Heinrichen Herzogen zu Bayern... Dieser Heinrich hat den heiligen Speer mit den Nägeln Christi von Rudolfo, dem König zu Burgund mit Drohungen erlangt und ihm auch etliche Schenkungen und einen Teil des Schwabenlands deshalb gegeben und denselben Speer seinen Nachkommen zu einer Zier und Beschützung des Kaisertums hinterlassen."

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